Die Egoisten sind immer die anderen

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Wochenschau 20.-24.4.20

Die Egoisten sind immer die Anderen

Eines der beliebtesten Schlagworte der Brüssel-Bürokraten ist „nationale Egoismen“. Besonders egoistisch sind – nach Meinung von Leuten wie Timmermans, Reynders oder Barley – natürlich die ach so bösen Populisten. Unangefochtener Ober-Populist ist dabei (zur Zeit) Viktor Orban.

Warum? Er denkt an sein Volk, an die Gesundheit seiner Bürger. Dazu hat seine Regierung Vorschläge gemacht, die dann ganz demokratisch im ungarischen Parlament verabschiedet wurden. Ein Ministerpräsident, der an seine Bürger denkt. Das ist selbstredend total egoistisch. Dagegen posaunen die Brüsseler Bonzen ihre Losung der „europäischen Solidarität“ in die Welt. 27 Mitgliedsländer sollen nicht an sich, sondern nur andere denken. Am besten gleich an Afrika. Alle Schutzmasken sofort nach Nairobi und Lagos. Und auf dem Rückweg noch gleich ein paar Tausend Bootsflüchtlinge mitbringen.

So wenig wie es eine „europäische Identität“ gibt, existiert eine „europäische Solidarität“. Natürlich gibt es diese, wenn z.B. in Italien ein Erdbeben ist, da helfen alle, die können. Aber nirgends gibt es eine Pflicht zur Solidarität, wenn das eigene Überleben auf dem Spiel steht. (So wie es keine Pflicht gibt, die Schulden von Anderen zu übernehmen.) Wer ist denn z.B. verantwortlich dafür, dass die meisten Medikamente in China und Indien hergestellt werden? Die Dänen oder die Rumänen? Die EU in ihrer Regelungswut will alles bestimmen. Und der EuGH bestraft jeden, der aus der Reihe tanzt.

Jetzt in der Krise sind plötzlich die Nationalstaaten schuld. Aber Selbstkritik war ja noch nie die Stärke Brüssels. Die Egoisten sind eben immer die Anderen.